Rückblick Wolfenstein 3D

2017-09-19

Eine nostalgische Fahrt zurück an den Anfang der 1990er beginnt mit dem ersten Game Engine Black Book von Fabien Sanglard. Darin beschreibt er im technischen und historischen Kontext wie Wolfenstein 3D enstand und den Grundstein sowohl für id Software als auch für das Genre des Ego-Shooters legte. Zu Beginn werden die Grundlagen zur damaligen PC-Technik gelegt bzw. aufgefrischt. Bereits hier kann der Leser in wohligen Kindheitserinnerung schwelgen. Ordentlich sortierte Diskettenboxen, stundenlanges Kopieren für den nächsten Schultag oder vergebliches Optimieren des freien Arbeitsspeichers kommen zurück in Gedächtnis.

Besonders die Einordnung der Hardware der damaligen Zeit erlaubt dem Leser die Errungenschaften von Wolfenstein 3D technisch einzuordnen. Dabei wird nicht an Details gespart, egal ob 286, 386, Real Mode, Protected Mode oder VGA Graphik. Zusammen mit den Unmengen Trivia und Kommentaren von John Carmack bekommt man nicht nur ein Gefühl für die Zeit, sondern man versteht im Detail die Technik. Was Raycasting leistet und was nötig war um Wolfenstein wieder und wieder zu portieren. Die Tools die für Wolfenstein 3D verwendet wurden, sagen in ihrer Einfachheit viel über das Spiel selbst. Dieses Buch behandelt die Technik erschöpfend und konservierend für die Zukunft.

Für mich war Wolfenstein 3D nicht der einschneidende Meilenstein, auch nicht Doom. Das war mich trotz allem erst Quake. Die Stunden mit diesen Spielen hat viele aus meiner Generation nachhaltig geprägt. Der sozio-kulturelle Aspekt kommt hier in diesem Buch nicht vor. Fabien Sanglard nimmt die technische Nerdperspektive ein und beschreibt Wolfensttein 3D einzig aus dieser Sicht. So ist das Buch fast schon eine Pflichtlektüre für interesseierte Programmierer unabhänngig vom Alter. Die Leistung, die id Software damals vollbracht hat, ist ohne auch Nostalgie heute noch lehrreich.

Game Engine Black Book: Wolfenstein 3D

Fabien Sanglard

Game Engine Blackbook Wolfenstein 3D

Tags: Bücher, Engine

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2017-02-18

Auf erzählerische und einfache Weise gelingt es Gregory T. Brown den nicht technischen Alltag bei der Softwareentwicklung einzufangen. Die einzelnen Episoden geben dem Leser eine Gelegenheit den eigenen Arbeitsalltag zu reflektieren. Nicht jeder hat zwar direkt mit einem Kunden zu tun, aber die Beispiele lassen sich leicht auf "Fachbereiche" oder andere Teilnehmer übertragen. Die kleinen Geschichten geben einem auch einen guten Ansatz, wenn man mal das eigene Schaffen einem Laien näher bringen möchten. Programmieren ist für ein Programmieräffchen dann doch nicht alles (^_^)

Programming Beyond Practices

Gregory T. Brown

Programming Beyond Practices

Die Bücher von Scott Meyers gehören einfach zu den Standardwerken, die jeder C++-Programmierer mindestens einmal in der Hand hatte. Dieses gehört ganz klar dazu. Gerade zum Nachschlagen ist es ideal. Vor dem Hintergrund von C++14 und C++17 frage ich mich aber schon, ob eine Überarbeitung und Erweiterung der alten Bücher nicht der bessere Weg wäre. Auch wenn das Wissen in den alten Büchern nicht obsolet ist, so ist zumindest etwas "gealtert". Trotzdem bleibt dieses Buch vorerst eine Pflichtlektüre.

Effective Modern C++

Scott Meyers

Effective Modern C++

Tags: Bücher, C++

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Come In And Find Out

2015-09-01

Update: 2017-02-18

Es gibt meine Implementierung auf GitLab. Das Programm ist in C# geschrieben und erzeugt nicht nur Bilder sondern auch Maps für Tiled.

Wenn man aus dem alltäglichen Irrgarten von ASP.Net und Backendsystemen mal ausbrechen will, hilft es sich mal ein fachfremdes Buch zu greifen. An dieser Stelle möchte ich Mazes for Programmers von Jamis Buck empfehlen.

Beispiel

Es gibt dem geneigten Programmierer einen Einstieg in die Erzeugung von Labyrinthen verschiedener Arten. Ob mit vielen Sackgassen oder mit wenigen Windungen, die detaillierten Beschreibungen der Algorithmen erleichtern die Implementierung. Jamis Buck hat sich entschieden die Beispiele in Ruby zu schreiben. Ich beherrsche kein Ruby und finde es gelegentlich verwirrend zu lesen, aber die Beispiele in C# zu implementieren war ein Kinderspiel. Sehr schnell stellt sich der Spieltrieb ein und man möchte an den Labyrinthen rumspielen und diese den eigenen Wünschen anpassen. Das Buch unterhält mehr als nur einen Nachmittag und ist eine klare Empfehlung von mir. Wer weiß, vielleicht komme ich mal in die Verlegenheit ein Labyrinth zu erzeugen.

Mazes for Programmers

Jamis Buck

Mazes for Programmers

Tags: C#, Irrgarten, Bücher

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